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Bad Santa - ein Film von Terry Zwigoff

Schon während der Anfangscredits dürfte klar werden: Bad Santa ist nicht der durchschnittliche, nette Weihnachtsfilm für die ganze Familie. Billy Bob Thornton sitzt da als abgewrackter Santa in einer dunklen Kneipe, denkt darüber nach, dass er schon viele beschissene Jobs in seinem Leben angenommen hat, aber dieser hier wirklich das Allerletzte ist. Er betrinkt sich, dann tritt er auf die Straße, übergibt sich neben eine Mülltonne und darüber legt sich der so gar nicht weihnachtliche Filmtitel. Ein treffender Ausblick auf die 90 Minuten die den Zuschauer erwarten, denn Terry Zwigoff, der vor kurzem mit dem grandiosen Ghost World überraschte, legt es in Bad Santa ganz offensichtlich hauptsächlich darauf an, all die Tabus der gängigen Familienfilme zu brechen. Sein Weihnachtsmann hasst die Bälger, die sich im Kaufhaus auf seinen Schoss setzten, um ihre immergleichen Wünsche nach Fahrrädern und Pokemons loszuwerden, und sein Leben nach – und während – der Arbeit besteht ziemlich ausschließlich aus Alkohol und Sex. Thornton spielt das ganz wunderbar, überzeugend sein Hass auf die friedliche Zeit und eine gar angenehme Abwechslung in einer Welt, die schon seit dem späten September flächendeckend mit Schokoladenfiguren und festlicher Musik versorgt wird.

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Ararat - ein Film von Atom Egoyan

Langsam erforscht die Kamera eine bemalte Leinwand: Gesichter, ein junger Mann, eine ältere Frau, ihre Gewänder. Es ist ein Bild des Malers Arshile Gorky, ein Bild von sich selbst mit seiner Mutter, gemalt nach dem Vorbild einer Fotografie. Der Medientransfer von der Fotografie zum gemalten Bild ist nicht der einzige, der stattfindet in Atom Egoyans neuem Film, wie in seinen frühen Filmen Family Viewing, Next of Kin oder Calendar ist das Nachdenken über Medien ein integraler Bestandteil von Ararat. Vom Foto zum Bild werden Gedanken übersetzt, vom Bild in das analytische Buch der Professorin für Kunstgeschichte und aus diesem Buch fließen sie in einen Film, dem die Professorin als Beraterin zur Seite steht.

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Teknolust - ein Film von Lynn Hershman-Leeson

“Tilda Swinton und Tilda Swinton in Teknolust” verspricht die Werbung, und der Film hält sogar noch mehr als das Plakat verspricht: Vier Rollen spielt die wundervolle Tilda Swinton in diesem Film, der im Forum auf der Berlinale 2003 läuft. Der ganze Film besteht tatsächlich hauptsächlich aus Tilda Swinton und eigentlich sei dies hauptsächlich als Witz gedacht, sagt die Regisseurin nach der Projektion des Films dem fragenden Publikum.

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Irina Palm - ein Film von Sam Garbarski

»Sie wissen, was eine Hostess ist?« fragt der Mann im Vorstellungsgespräch. »Ich denke schon«, antwortet Maggie (Marianne Faithfull), »kochen, putzen, solche Sachen …?«. Der potentielle Arbeitgeber verdreht die Augen. Und erklärt der Bewerberin, was ein Euphemismus ist. Schneller als gedacht gewöhnt sich Maggie an ihren neuen Job bei »Sexy World«, schneller als gedacht wird sie unter ihrem »Künstlernamen« Irina Palm zur begehrtesten Attraktion des Hauses. Das Publikum im Berlinale-Palast atmet auf, denn Sam Garbarski hat seinen Film Irina Palm als Komödie inszeniert, eine schöne Abwechslung zwischen, wie beinahe immer, zu vielen, zu ernsten Wettbewerbsbeiträgen. Eine melancholische Komödie, sicher – denn der Grund für Maggies beruflichen Neuanfang ist die schwere Krankheit ihres Enkels. tausende Dollar sind notwendig, um die Behandlung zu finanzieren, die er nur in Australien bekommen kann, Geld, dass sie so schnell wohl nur bei »Sexy World« verdienen kann. Trotzdem wird gelacht, wenn Maggie ihr »Hand«-werk erlernt, wenn sie im spießigen Vorort von neugierigen Blicken verfolgt wird und wenn der Film sie in Dialoge steckt, die sich teils an der Grenze zum Absurden bewegen.

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